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Direkter Draht zwischen Bauern und Verbrauchern

- "Wo kommen unsere Lebensmittel her?" "Wie werden sie produziert?" - das fragen sich viele Verbraucher. Eine neue Bewegung in Deutschland - nach dem Motto "Du bist hier der Chef!" - will Transparenz und Mitbestimmung für Konsumenten bei Produktion und Vermarktung von Lebensmitteln erreichen. Die VERBRAUCHER INITIATIVE begrüßt diesen aus Frankreich stammenden Ansatz einer direkten Kooperation zwischen Konsumenten, Landwirtschaft und Handel.

Einen Weg für Verbraucher zu mehr Einfluss bei der Ernährung verfolgt „Die Verbrauchergemeinschaft e.V.“ mit ihrer Initiative „Du bist hier der Chef!“. Ziel des gemeinnützigen Vereins ist die transparente Mitgestaltung von nachhaltigen Produkten durch Verbraucher und die faire und gerechte Vergütung von landwirtschaftlichen Erzeugern. Erstes Produkt soll im Frühjahr 2020 die Milch sein, die unter der Verbrauchermarke „Du bist hier der Chef!“ eingeführt werden soll. Mit einem, acht Fragen umfassenden Produkt-Fragebogen, der ab sofort unter www.dubisthierderchef.de abrufbar ist, können Verbraucher selbst entscheiden, was ihnen bei der Milch wichtig ist, wie diese produziert werden soll und zu welchem Preis sie bereit wären, sie zu kaufen. Ziel ist die Gestaltung eines wertvollen, fairen und nachhaltigen Produkts, das als Frisch- und H-Milch, in den Varianten vollfett und fettarm angeboten wird.

„Die Milch bietet die Möglichkeit, viele der wichtigen Themen unserer Bewegung wie Umweltschutz und Biodiversität, Tierwohl, Vergütung für die Landwirte gemeinsam anzugehen“, erklärt Nicolas Barthelmé, Gründer der Initiative. „Der aktuelle Milchpreis erlaubt es vielen Milchbauern in Deutschland nicht, kostendeckend zu produzieren. Ein Bündnis zwischen Verbrauchern und Landwirten soll dies verändern.“ Die acht Fragen des ersten Produkt-Fragebogens wurden von Verbrauchern, Landwirten und einer Molkerei zusammen entwickelt: Dürfen die Kühe auf die Weide? Was wird den Tieren verfüttert und woher kommen die Futtermittel? Wie fair sollen Landwirte entlohnt werden? Welche Qualität soll die Milch haben: konventionell oder biologisch? Wie nachhaltig soll die Verpackung sein? Welche Zukunftsmaßnahmen – Umstellung auf Weidehaltung, auf ökologische Landwirtschaft oder auf muttergebundene Kälber-Aufzucht – sollen prioritär mitfinanziert werden?

Unter www.dubisthierderchef.de kann jeder kostenlos über die relevanten Produktmerkmale mitentscheiden und gleichzeitig sehen, wie sich der Preis der Milch entsprechend verändert. „Wenn wir etwa 5.000 ausgefüllte Fragebögen erreicht haben, fassen wir die Ergebnisse in einem Pflichtenheft zusammen“, erklärt Nicolas Barthelmé. „So schaffen sich die Verbraucher ihre Lieblingsmilch gewissermaßen selbst!“ Damit die „Verbrauchermilch“ auch den Weg in die Supermarktregale findet, wurden bereits Landwirte, Molkereien und Händler als Partner gewonnen.

Vorbild für „Du bist hier der Chef!“ ist die französische Initiative „C’est qui le patron?!“, die im Jahr 2016 ebenfalls mit der Milch startete und inzwischen jährlich über 50 Millionen Liter absetzt. Das kommt 330 französischen Milchbauern zugute, die mittlerweile exklusiv für die Initiative produzieren und dafür eine faire und gerechte Vergütung zwischen 0,39 Euro und 0,41 Euro pro Liter erhalten.

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